Vegane Seife ohne Palmöl
Bei Lebensmitteln ist die Frage naheliegend, bei Seife stutzen viele erst einmal. Tatsächlich enthält klassische Seife häufig tierische Bestandteile, und man sieht es ihr nicht an.
Der häufigste ist Talg – ausgelassenes Rinder- oder Schweinefett, in der Inhaltsstoffliste als Sodium Tallowate zu finden. Er ist billig und macht die Seife hart, weshalb er über Jahrzehnte Standard war.
Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer tierischer Zutaten: Honig, Milch, Molke, Bienenwachs, Lanolin aus Schafwolle, Seide und der Farbstoff Karmin, der aus Schildläusen gewonnen wird. Nichts davon ist verboten oder schädlich – aber wer bewusst vegan lebt, möchte es wissen.
Bei uns kommt nichts davon zum Einsatz. Die Fettbasis ist rein pflanzlich, die Farben stammen aus mineralischen und synthetischen Pigmenten.
Palmöl ist in der Seifenherstellung weit verbreitet, weil es günstig ist, die Seife hart macht und lange haltbar hält. Der Preis dafür wird an anderer Stelle bezahlt: Für Ölpalmenplantagen wird in Südostasien seit Jahrzehnten Regenwald gerodet, mit den bekannten Folgen für Artenvielfalt und Klima.
Es gibt Zertifizierungsprogramme für nachhaltigeres Palmöl, und darüber lässt sich streiten. Wir haben uns für den einfacheren Weg entschieden und verwenden es gar nicht. Kokosöl übernimmt die Schaumkraft, Olivenöl die Milde, Sonnenblumenöl die Pflege.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Auch diese Öle haben eine Ökobilanz, und keines davon ist frei von Zielkonflikten. Wir behaupten nicht, die perfekte Lösung gefunden zu haben – nur eine, hinter der wir stehen können.
Das ist schwieriger, als es sein müsste, denn Palmöl versteckt sich hinter vielen Namen. In Seife steht meist Sodium Palmate oder Sodium Palm Kernelate. Auch Elaeis Guineensis, Palmitinsäure oder Cetylpalmitat weisen darauf hin.
Als Faustregel: Alles, was „Palm" im Namen trägt, kommt aus der Ölpalme. Bei Begriffen wie Stearinsäure oder Glyceryl Stearate lässt sich die Herkunft ohne Nachfrage beim Hersteller nicht bestimmen – die können pflanzlich oder tierisch sein.
Ein Stück Seife braucht keine Flasche, keinen Pumpkopf und keinen Verschluss. Deshalb verpacken wir plastikfrei – das ist bei fester Seife keine Heldentat, sondern schlicht naheliegend.
Der größere Effekt liegt ohnehin woanders: Duschgel besteht überwiegend aus Wasser, das mitverpackt und mittransportiert wird. Feste Seife spart diesen Anteil komplett ein. Was das im Alltag ausmacht, beschreiben wir bei der festen Duschseife.
Wer die Umstellung breiter angehen möchte, findet unter plastikfreie Kosmetik einen Überblick über die Produkte, bei denen der Wechsel am einfachsten fällt – und unter nachhaltige Körperpflege, wie sich das im Alltag durchhalten lässt.
Kosmetik, die in der EU verkauft wird, darf seit 2013 nicht mehr an Tieren getestet werden – weder das fertige Produkt noch seine Bestandteile. Das gilt für alle Anbieter gleichermaßen und ist kein Verdienst einzelner Marken.
Wir schreiben es trotzdem dazu, weil viele danach fragen. Und weil es Bereiche außerhalb der EU gibt, in denen die Regeln anders aussehen.
Ja, das gesamte Seifensortiment. Bei zugekauften Artikeln anderer Marken lohnt trotzdem ein Blick auf die jeweilige Produktseite.
Ja. Palmöl beeinflusst vor allem Härte und Haltbarkeit des Stücks, nicht die Reinigungswirkung. Kokosöl bringt den Schaum, Olivenöl die Milde.
Weil wir keine Zertifizierung haben. Wir könnten uns eine anschaffen, halten es aber für ehrlicher, einfach die Inhaltsstoffe offenzulegen und dich selbst entscheiden zu lassen.
Nein. Vegan sagt etwas über die Herkunft der Zutaten aus, nicht über die Hautverträglichkeit. Eine Seife mit Ziegenmilch kann für die Haut genauso mild sein wie eine rein pflanzliche.
Nein. Wir verwenden mineralische und synthetische Pigmente. Karmin, der bekannteste tierische Farbstoff, kommt bei uns nicht vor.
Wir sind bei Fragen für euch persönlich da.
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